Über digitale Plattformen cover image

Über digitale Plattformen

Alexander Rettke - 10-01-2020

business

Zu dem Begriff der "Plattform" gibt es unterschiedliche Sichtweisen und auch Definitionen. Als Softwareunternehmen betrachten wir Plattformen aus dem technischen Blickwinkel. Damit unterscheiden wir uns in der Begriffsverwendung ein wenig vom modernen eCommerce ("Plattformökonomie").

Wir definieren digitale Plattformen als ein strategisch motiviertes und koordiniertes, digitales, modulares Produkt, welches durch maximale Flexibilität als Triebfeder in der Durchführung zuvor definierter Geschäftsziele dient.

Plattformen sind (auch) Websites

Grundsätzlich ist im Web jede digitale Plattform auch ein Website. Eine Plattform ist aber viel mehr. Eine Plattform kann ein einzelner Shop sein, über die ein Anbieter Waren veräußert. Eine Plattform kann ein sogenannter eMarketplace ("Plattformökonomie") sein, über den viele unterschiedliche Anbieter Waren vertreiben. Aufgrund ihres modularen Aufbaus können digitale Plattformen bspw. auch Kombinationen aus Shop, Eventmanager und Geschäftspartner-Hub sein.

Über Plattformen können Leads generiert und die gesamte Außenkommunikation abgewickelt werden. Über Plattformen können Innovationen schnell in den Markt gebracht und Ideen ausprobiert werden. Über Plattformen erhöhen sich die kritischen Touchpoints mit Endkunden und stärken damit die Bindung an Unternehmen. Über Plattformen können strategische Geschäftspartner spielend in Projekte eingebunden werden.

Digitale Plattformen sind aus unserer Sicht somit gewissermaßen das Fundament der digitalen Welt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Plattformen aufgrund ihres modularen Aufbaus eine Vielzahl an Aufgaben übernehmen können. Einzelne Funktionen können dabei beliebig nacheinander auf die Plattform aufgebaut werden. Somit können bspw. neue vertikale Strukturen und/oder innovative Prozesse bedarfsspezifisch umgesetzt werden.

Der modulare Aufbau digitaler Plattformen hat dabei mehrere strategische Vorteile:

  • Flexibilität

  • Sandbox für neuartige Produkte/Services

  • Kosteneffizienz

Schnell verändernde Märkte erfordern eine ständige Weiterentwicklung der eigenen Produkte und Dienstleistungen. Daraus folgt eine bedingungslose Innovationskultur mit vielen, individuellen Lösungen als Ergebnis. Digitale Plattformen können dabei helfen, diese Lösungen schnell und unkompliziert im Markt zu erproben und ggf. als neue Produkte/Services zu etablieren.

Erstellung

Die initiale Erstellung digitaler Plattformen fußt auf dem Ergebnis präzisen Erarbeitens von zuvor gesteckten Geschäftszielen, Verfügbarkeiten notwendiger Assets, einer verlässlichen Analyse des Marktes und den passenden Technologien. Daraus lassen sich dann die strategische Struktur bzw. der Aufbau sowie die Aufgaben der Plattform ableiten.

Hierbei ist es für eine ökonomische Entwicklung neuer Plattformen wichtig, die Reihenfolge aus dem Schaubild einzuhalten. Es mag trivial kling, aber gerade die Definition der Geschäftsziele kommt bei der Umsetzung digitaler Projekte häufig zu kurz. Nur wenn darüber Klarheit herrscht, kann eine erfolgreiche Umsetzung neuer Plattformen erfolgen.

Schaubild Erstellung Plattformen.jpg

Erst danach wird über die Auswahl der Produkte und Services entschieden. Diese geben wiederum Aufschluss über die zu verwendenden Technologien.

Eine Analyse des Markets ergibt eine Marktstrategie, nach der die Plattform ausgerichtet werden sollte.

Verfügbarkeiten verschiedener Assets müssen ebenfalls vor dem eigentlichen Entwerfen der Plattform geprüft werden: Gibt es andere Systeme oder Schnittstellen, die berücksichtigt werden müssen? Sind für die Services externe Dienstleister zuständig? Wer muss alles auf die Plattform zugreifen können (intern wie extern)?

Erst dann kann die strategische Struktur der Plattform entworfen werden, welche dann wiederum präzisiert in eine direkte Struktur übersetzt wird.

Danach lässt sich die Plattform modular bereichern.

Fazit

Zusammenfassend können moderne digitale Plattformen als perfekte Ausgangslage für state-of-the-art Managementprozesse gelten, um gegenwärtigen Veränderungen des Konsumverhaltens, Nachfragen und Strukturkrisen erfolgreich zu begegnen.

Digitale Plattformen sind der Anfang von etwas Großem.